Titan TiAl6V4 im 3D Metall-Druck

Hochfest, korrosionsbeständig und deutlich leichter als Stahl. Titan TiAl6V4 eignet sich für gewichtsoptimierte Funktionsbauteile, bei denen Festigkeit und Betriebssicherheit wichtiger sind als der niedrigste Materialpreis.

  • hohe Festigkeit bei geringem Gewicht
  • sehr gutes Korrosionsverhalten
  • geeignet für anspruchsvolle Funktionsbauteile

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3D-gedrucktes Titanbauteil TiAl6V4 im SLM-Verfahren

Produktvisualisierung, KI-generiert

Ist Titan das richtige Material für Ihr Bauteil?

Titan ist besonders geeignet, wenn …
  •  Bauteilgewicht reduziert werden soll
  • hohe mechanische Belastungen auftreten
  • Korrosionsbeständigkeit erforderlich ist
  • komplexe, gewichtsoptimierte Geometrien geplant sind
  • Funktionsintegration konventionelle Baugruppen ersetzen kann
  • der technische Nutzen höhere Material- und Fertigungskosten rechtfertigt
Prüfen Sie Alternativen, wenn …
  • der niedrigste Bauteilpreis entscheidend ist
  • moderate Festigkeit und geringes Gewicht ausreichen
  • sehr hohe Betriebstemperaturen auftreten
  • Wärme- oder elektrische Leitfähigkeit die Hauptanforderung ist
  • das Bauteil einfach zerspanbar und konventionell günstig herstellbar ist

 

Passende Alternativen

Titan im Vergleich

 

EntscheidungskriteriumTitan TiAl6V4Aluminium AlSi10MgEdelstahl 1.4404Inconel 718
Gewichtsehr geringam geringstenhochhoch
Festigkeitsehr hochmittelhochsehr hoch
Korrosionsbeständigkeitsehr hochgutsehr gutsehr gut
Temperaturbeständigkeitmittelbegrenztmittelsehr hoch
Wärmeleitfähigkeiteher geringgutgeringgering
Kostenpositionhochvergleichsweise günstigmittelhoch
Typische EntscheidungLeichtbau plus Festigkeitwirtschaftlicher Leichtbaurobuste StandardanwendungHochtemperaturanwendung

Kurz gesagt: Titan ist die passende Wahl, wenn Aluminium nicht fest genug und Stahl zu schwer ist. Für extreme Temperaturbelastungen sollte Inconel geprüft werden.

Titan TiAl6V4 auf einen Blick

Leichtbauwerkstoff mit hoher Festigkeit und sehr gutem Korrosionsverhalten – ideal für anspruchsvolle Anwendungen.

Typische Bauteile aus Titan:

  • leichte Halterungen und Strukturbauteile
  • belastbare Verbindungselemente
  • strömungsoptimierte Bauteile mit inneren Kanälen
  • kundenspezifische Funktionsteile
  • Komponenten für korrosive Umgebungen
  • gewichtsoptimierte Kleinserienbauteile

 

Typische Einsatzfelder:

  • Luft- & Raumfahrt,
  • Motorsport,
  • Maschinenbau,
  • Medizintechnik (nicht steril geliefert),
  • maritime und hochwertige Leichtbau-Bauteile.
Dichte~ 4,36 g/cm³
Zugfestigkeit Rm~ 1075 MPa
Streckgrenze Rp0.2~ 965 MPa
Bruchdehnung A~ 10 %
Elastizitätsmodul E~ 110.000 MPa
Härte~ 325 HV5
Max. Betriebstemperatur~ 250 °C
Bauraum (Titan)280 × 280 × 360 mm
Toleranzen (Richtwert)±0,2 mm oder ±0,2 % (je nachdem, was größer ist)
Oberflächegestrahlt / trowalisiert; auf Wunsch CNC-Feinbearbeitung

Die angegebenen Werte sind Richtwerte. Tatsächliche Eigenschaften können unter anderem von Bauteilorientierung, Wandstärke, Prozessparametern und Wärmebehandlung abhängen.

Titanbauteile für den 3D-Druck konstruieren

Beim 3D-Druck mit Titan TiAl6V4 beeinflusst die Konstruktion nicht nur die Fertigbarkeit, sondern auch Bauteilqualität, Kosten und Nachbearbeitungsaufwand. Bereits bei der Entwicklung sollten deshalb Bauteilorientierung, Stützstrukturen, Pulverentfernung und später zu bearbeitende Funktionsflächen berücksichtigt werden.

Hohlräume und innenliegende Kanäle

Innenliegende Kanäle und komplexe Hohlräume gehören zu den besonderen Stärken der additiven Fertigung. Nicht aufgeschmolzenes Metallpulver muss nach dem Bauprozess jedoch vollständig entfernt werden können.

Geschlossene Hohlräume sollten daher vermieden werden. Bei innenliegenden Strukturen sind ausreichend große und gut zugängliche Pulveröffnungen einzuplanen. Form, Länge und Verlauf der Kanäle müssen eine zuverlässige Entleerung ermöglichen.

Wandstärken und filigrane Bereiche

Wandstärken müssen auf die Größe, Geometrie und Belastung des Bauteils abgestimmt werden. Zu dünne oder großflächige Strukturen können sich während der Fertigung verformen. Massive Bereiche erhöhen dagegen Materialeinsatz, Bauzeit und thermische Belastung.

Eine gleichmäßige Materialverteilung und fließende Übergänge sind in der Regel günstiger als starke Querschnittssprünge. Verrundungen können helfen, lokale Spannungsspitzen zu reduzieren.

Überhänge und Stützstrukturen

Überhängende Bereiche benötigen abhängig von Winkel, Länge und Ausrichtung zusätzliche Stützstrukturen. Diese stabilisieren das Bauteil während des Bauprozesses und leiten Prozesswärme ab.

Da Stützstrukturen nach der Fertigung entfernt werden müssen, sollten sie möglichst an gut zugänglichen und unkritischen Flächen angeordnet werden. Die Bauteilorientierung hat deshalb direkten Einfluss auf:

  • die Anzahl der benötigten Stützstrukturen
  • die Oberflächenqualität
  • den Nachbearbeitungsaufwand
  • die Bauzeit und damit die Fertigungskosten
  • die Lage mechanisch und optisch relevanter Flächen

Bohrungen, Gewinde und Passungen

Bohrungen und Gewinde können konstruktiv vorgesehen werden. Wenn enge Maßtoleranzen, definierte Passungen oder belastbare Gewinde erforderlich sind, empfiehlt sich häufig eine mechanische Nachbearbeitung.

Dafür sollten die betreffenden Bereiche mit einem geeigneten Bearbeitungsaufmaß konstruiert werden. Dies betrifft insbesondere:

  • Passbohrungen
  • Gewinde
  • Lager- und Dichtsitze
  • Planflächen
  • Anschlussflächen
  • präzise Konturen

Eine technische Zeichnung mit Toleranzen und Funktionsflächen erleichtert die Fertigungsplanung.

Verzug und thermische Spannungen

Beim schichtweisen Aufschmelzen und Erstarren entstehen hohe lokale Temperaturunterschiede. Diese können Eigenspannungen und Verzug verursachen. Besonders kritisch sind große, flache Flächen, abrupte Querschnittswechsel und eine ungleichmäßige Materialverteilung.

Durch eine geeignete Bauteilorientierung, konstruktive Anpassungen und eine nachgelagerte Wärmebehandlung lassen sich diese Einflüsse reduzieren.

Konstruktionsdaten für die Prüfung

Für die Fertigungsprüfung können Sie Ihr 3D-Modell als STEP, STL oder 3MF übermitteln. Bei Passungen, Gewinden, Dichtflächen sowie geometrischen und maßlichen Toleranzen sollte zusätzlich eine technische Zeichnung als PDF bereitgestellt werden.

Sie sind noch in der Konstruktionsphase? Wir prüfen Bauteilorientierung, kritische Geometrien, Nachbearbeitung und mögliche Kostenoptimierungen vor der Fertigung.

Fertigung, Bauraum und Toleranzen: Wichtige Informationen für den optimalen 3D-Druck

Titan TiAl6V4 wird bei Rapidobject im pulverbettbasierten Metall-3D-Druck verarbeitet. Der Werkstoff eignet sich insbesondere für komplexe, hochbelastete Bauteile, bei denen eine hohe Festigkeit mit einem vergleichsweise geringen Gewicht verbunden werden soll.

Material und Fertigungsverfahren: 

  • Fertigungsverfahren: pulverbettbasierter Metall-3D-Druck
  • Typische Ausführung: gestrahlt
  • Weitere Bearbeitung: Wärmebehandlung, HIP, Trowalisieren und CNC-Nachbearbeitung nach technischer Anforderung

Möglichkeiten der Nachbearbeitung

3D-Druck
Wärmebehandlung/HIPSpannungsarmglühen, ggf. HIP zur Porenreduktion & Zähigkeit
Strahlen/Trowalisierengleichmäßige, matte Oberfläche
CNC-FinishPlanflächen, Bohrungen, Gewinde, Dichtnuten
KennzeichnungSeriennummer/Logo möglich
DokumentationAuf Wunsch Prüfbericht/Messprotokoll
  • Passflächen,
  • Bohrungen,
  • Gewinde,
  • Dichtnuten

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Häufige Fragen zu 3D-Metalldruck Titan

Wann ist Titan besser geeignet als Aluminium?

Titan TiAl6V4 ist besonders interessant, wenn eine hohe mechanische Festigkeit mit einem geringen Bauteilgewicht verbunden werden muss. Im Vergleich zu Aluminium eignet sich Titan deshalb für stärker belastete Bauteile und anspruchsvollere Einsatzbedingungen.

Wenn moderates Gewicht, gute Wärmeleitfähigkeit und möglichst geringe Fertigungskosten im Vordergrund stehen, kann Aluminium die wirtschaftlichere Lösung sein. Die Entscheidung sollte anhand von Belastung, Temperatur, Korrosion, Gewicht und Stückzahl getroffen werden.

Titan besitzt eine deutlich geringere Dichte als Edelstahl und bietet gleichzeitig eine hohe Festigkeit. Dadurch eignet es sich besonders für gewichtsoptimierte Funktionsbauteile.

Edelstahl kann sinnvoller sein, wenn das Gewicht eine untergeordnete Rolle spielt und ein robuster, korrosionsbeständiger Werkstoff zu wirtschaftlicheren Bedingungen benötigt wird. Bei beiden Werkstoffen hängen die konkreten Eigenschaften von Legierung, Fertigungsparametern und Nachbehandlung ab.

Titan eignet sich vor allem für komplexe und mechanisch belastete Bauteile, bei denen Gewicht reduziert oder mehrere Funktionen in einem Bauteil zusammengeführt werden sollen. Typische Beispiele sind:

  • leichte Halterungen und Strukturteile
  • belastbare Verbindungselemente
  • Bauteile mit innenliegenden Kanälen
  • topologieoptimierte Komponenten
  • korrosionsbeständige Funktionsteile
  • kundenspezifische Kleinserien

Einfache Dreh- oder Frästeile sind dagegen nicht automatisch gute 3D-Druck-Kandidaten. Hier sollte geprüft werden, ob eine konventionelle Fertigung wirtschaftlicher ist.

Auf der aktuellen Materialseite wird für Titan TiAl6V4 eine maximale Betriebstemperatur von ungefähr 250 °C angegeben. Dieser Wert ist als allgemeiner Richtwert zu verstehen. [rapidobject.com]

Die zulässige Einsatztemperatur eines konkreten Bauteils hängt zusätzlich von Belastung, Einsatzdauer, Umgebung, Sicherheitsanforderungen und Wärmebehandlung ab. Bei dauerhaft hohen Temperaturen sollte geprüft werden, ob eine Nickelbasislegierung wie Inconel besser geeignet ist.

Nach der additiven Fertigung besitzen Titanbauteile eine verfahrensbedingt raue Oberfläche. Bei Rapidobject werden die Bauteile standardmäßig gestrahlt, wodurch eine gleichmäßige, matte Oberfläche entsteht.

Je nach Anforderung können weitere Bearbeitungen wie Trowalisieren oder CNC-Nacharbeit erfolgen. Funktionsflächen, Passungen und Dichtflächen sollten gezielt mechanisch bearbeitet werden.

Gewinde, Bohrungen und Passungen können im 3D-Modell vorgesehen werden. Wenn definierte Maße oder enge Toleranzen erforderlich sind, empfiehlt sich jedoch häufig eine anschließende mechanische Bearbeitung.

Die betreffenden Bereiche sollten deshalb mit Bearbeitungsaufmaß konstruiert und in einer technischen Zeichnung gekennzeichnet werden. So können beispielsweise Gewinde geschnitten, Bohrungen gerieben oder Passflächen gefräst werden.

STL, STEP und 3MF. Für CNC-Bearbeitung gerne zusätzlich eine technische Zeichnung als PDF.

In der Regel sofort nach Upload – komplexe Baugruppen werden automatisch analysiert.

Strahlen, Trowalisieren, Fräsen/Planen, Bohrungen, Gewinde, Oberflächenkennzeichnung.

Ja. Ab Stückzahl > 2 erstellen wir automatisierte Staffelpreise; bei wiederkehrenden Abrufen sind Rahmenverträge möglich.

Haben Sie Fragen?

Wir beraten Sie gerne persönlich zu Ihrem 3D Druck Projekt – von der Idee zum fertigen Bauteil. 

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Titan passt nicht optimal zu Ihrer Anforderung?

Titan mit anderen Metallen vergleichen

Titan TiAl6V4 verbindet eine hohe Festigkeit mit einem vergleichsweise geringen Gewicht und einem sehr guten Korrosionsverhalten. Diese Eigenschaften machen den Werkstoff technisch leistungsfähig, aber nicht für jedes Bauteil zur wirtschaftlichsten Lösung.

Prüfen Sie deshalb, welche Eigenschaft für Ihre Anwendung entscheidend ist.

Sie möchten Gewicht und Fertigungskosten reduzieren?
Aluminium

Aluminium eignet sich für leichte Funktionsbauteile, bei denen eine moderate mechanische Belastbarkeit ausreicht. Gegenüber Titan kann Aluminium wirtschaftlicher sein und bietet zusätzlich eine gute Wärmeleitfähigkeit.

Typische Entscheidungskriterien:

  • geringes Bauteilgewicht
  • gute Wärmeleitung
  • wirtschaftliche Prototypen und Serien
  • moderate mechanische Belastung
Wärme- oder elektrische Leitfähigkeit ist entscheidend?
Kupfer

Kupfer und Kupferlegierungen eignen sich für Bauteile, bei denen Wärmeübertragung oder elektrische Leitfähigkeit im Vordergrund stehen. Additive Fertigung ermöglicht dabei komplexe Geometrien und innenliegende Kühlstrukturen.

Typische Entscheidungskriterien:

  • Wärmeübertragung
  • elektrische Leitfähigkeit
  • komplexe Kühlkanäle
  • Induktoren und elektronische Anwendungen
Ihr Bauteil wird dauerhaft hohen Temperaturen ausgesetzt?
Inconel

Nickelbasislegierungen wie Inconel sind für Anwendungen vorgesehen, bei denen temperaturabhängige Festigkeit und Beständigkeit unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen entscheidend sind.

Typische Entscheidungskriterien:

  • hohe Einsatztemperaturen
  • starke thermische Belastung
  • mechanische Belastung bei erhöhter Temperatur
  • Anwendungen in Energie-, Turbinen- und Hochtemperaturtechnik
Sie benötigen ein härtbares Material für den Werkzeug- oder Formenbau?
Werkzeugstahl 1.2709

Werkzeugstahl 1.2709 eignet sich für hochfeste und härtbare Bauteile. Im additiven Werkzeugbau können komplexe Geometrien oder konturnahe Kühlkanäle umgesetzt werden, die sich konventionell nur mit hohem Aufwand herstellen lassen.

Typische Entscheidungskriterien:

  • hohe Härte
  • mechanisch stark belastete Bauteile
  • konturnahe Kühlung
  • anschließende Wärmebehandlung und CNC-Bearbeitung
Sie benötigen Korrosionsbeständigkeit, oder eine hochwertig bearbeitbare Oberfläche?
Bronze CuSn10

Bronze CuSn10 eignet sich für korrosions- und verschleißbeanspruchte Bauteile sowie für Anwendungen, bei denen eine gut nachbearbeitbare oder polierbare Oberfläche gefragt ist.

Typische Entscheidungskriterien:

  • korrosive Umgebungsbedingungen
  • mechanisch beanspruchte Funktionsbauteile
  • verschleißbeanspruchte Bauteile
  • polierbare oder dekorative Oberflächen
Sie benötigen einen robusten und korrosionsbeständigen Standardwerkstoff?
Edelstahl 1.4404

Edelstahl 1.4404 eignet sich für robuste Funktionsbauteile, bei denen Korrosionsbeständigkeit und Wirtschaftlichkeit wichtiger sind als eine maximale Gewichtsreduzierung.

Typische Entscheidungskriterien:

  • hohe Korrosionsbeständigkeit
  • robuste Industriebauteile
  • gute mechanische Nachbearbeitbarkeit
  • Bauteilgewicht ist nicht ausschlaggebend
Noch unsicher bei der Materialauswahl?

Lassen Sie Ihr Metallbauteil prüfen

Die richtige Metalllegierung richtet sich nicht nur nach der maximalen Festigkeit. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus:

  • mechanischer Belastung
  • Bauteilgewicht
  • Betriebstemperatur
  • Korrosionsanforderung
  • Wärme- oder elektrischer Leitfähigkeit
  • Geometrie
  • Nachbearbeitung
  • Stückzahl und Zielkosten

Senden Sie uns Ihr 3D-Modell und die wichtigsten Anforderungen an das Bauteil. Wir prüfen, ob Titan TiAl6V4 geeignet ist oder ob ein alternatives Metall technisch beziehungsweise wirtschaftlich sinnvoller wäre.

Markus Prokscha

Experte für SLM

Bachelor of Arts: Integriertes Design

+49 (0) 341 231 837 32 metall@rapidobject.com